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Jedes Unternehmen benötigt für den Produktionsprozess Güter und Dienstleistungen. Um diese zu
beschaffen, sind finanzielle Mittel nötig: Die Unternehmen finanzieren sich auf dem Geld- und
Kapitalmarkt, denn dort treffen sie Kapitalanbieter. Gelder mit einer Laufzeit
bis zu maximal 12 Monaten, sogenannte kurzfristige Gelder, werden am Geldmarkt
gehandelt.
Wenn die
Frist eines Geschäfts länger als ein Jahr dauert, spricht man von mittel- bis
langfristigen Geldern.
Diese werden am Kapitalmarkt gehandelt.
Geldmarkt
Die Zentralbanken der industrialisierten Länder - in der Schweiz ist dies die Schweizerische
Nationalbank SNB, in der EU die Europäische Zentralbank EZB - gewähren jeder
einheimischen Geschäftsbank
nur eine bestimmte Menge an Geld. Für den kurzfristigen Spitzenausgleich im Zahlungsverkehr und
zur Beschaffung kurzfristiger Liquidität bedienen sich daher die Geschäftsbanken des Geldmarktes.
Dieser lässt sich nach der Art der Marktteilnehmer unterteilen. Der Geldmarkt im engeren Sinne
(auch Interbankenmarkt genannt) umfasst nur die Geldaufnahme bei der Zentralbank (Diskontkredit,
Lombardkredit, Swapkredit) und die Call- und Termingeldanlagen zwischen Geschäftsbanken.
Mindestkontraktsummen von einer Million Franken sind hier die Regel.
Zum Geldmarkt im weiteren Sinne gehören neben Banken auch kommerzielle Unternehmen,
Versicherungen, Pensionskassen, öffentliche Institutionen Privatanleger. Hier sind Call-
und Festgeldanlagen bei Geschäftsbanken, Geldmarktpapiere und Geldmarktbuchforderungen mit
Mindestbeträgen von CHF 100'000 üblich.
Der Geldmarkt zeichnet sich durch eine gut ausgebaute Marktorganisation und unpersönliche
Beziehungen zwischen Schuldnern und Gläubigern aus. Die kurz- und
langfristigen Geldmarktzinssätze werden
in der Schweiz von der Nationalbank gesteuert und je nach Konjunkturlage und Prognosen angepasst.
Kapitalmarkt
Mittel- und langfristige Geldaufnahmen und Investitionen mit einer Laufzeit von mindestens
einem Jahr
werden am Kapitalmarkt getätigt, also der Handel von Finanzmitteln wie Wertpapiere (Aktien,
Obligationen, Anlagefonds etc.), Hypotheken oder sonstige Kredite. Der Kapitalmarkt wird nach
Wertpapierart in einen Markt für Beteiligungsrechte (z.B. Aktien und Fonds) und
einen Markt für
Forderungsrechte (z.B. Anleihen) unterteilt. Wertschriften wie Aktien, Anleihen und Fonds
verfügen über
einen langfristigen Charakter. Auch wenn Sie als Investor nur kurzfristigen Handel mit einem dieser
Instrumente betreiben, sind Sie trotzdem am Kapitalmarkt und nicht am Geldmarkt tätig
Am Kapitalmarkt werden Angebot und Nachfrage nach längerfristigen
Finanzierungsmitteln innerhalb
einer Volkswirtschaft zusammen gebracht. Der Kapitalgeber erwartet in der Regel
vom Kapitalnehmer für
die Überlassung von Kapital einen gewissen Ertrag in Form von Zins- oder
Dividendenzahlungen. Neben
den Finanzinstituten und privaten Haushalten treten auch öffentliche und private Versicherer
sowie Pensionskassen als Akteure auf dem Kapitalmarkt in Erscheinung.
Die über Banken und Börsen getätigten Kapitaltransaktionen zeichnen sich durch einheitliche
Konditionen, Gleichbehandlung und Zugänglichkeit für alle Investoren aus. Der Staat hat die Aufgabe,
mit Gesetzen und Verordnungen einerseits die Funktionsfähigkeit des freien Marktes und der
Börsen, andererseits den Anlegerschutz zu gewährleisten.
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