Die Durationsanalyse wird eingesetzt, um das Zinsänderungsrisiko bei Anleihen zu
quantifizieren. Die Duration (auch als Macauley Duration bekannt) beschreibt die
mittlere Kapitalbindungsdauer. Sie erfasst, anders als die einfache Restlaufzeit der Anleihen,
die Kapitalbindung aller einzelnen Zahlungsströme. Die Durationsanalyse kann für ganze
Anleihenportfolios eingesetzt werden. Sie kann auch bei der Absicherung von Anleihen gegen
ungünstige Zinsentwicklungen hilfreich sein.
Es besteht ein inverses Verhältnis zwischen den Marktzinsen und dem Kurs von Anleihen -
die unmittelbare Auswirkung steigender Renditen sind sinkende Kurse. Andererseits lassen sich
die Couponzahlungen rentabler wieder anlegen, so dass sich der zukünftige Wert des Portfolios erhöht.
Die üblicherweise in Jahren ausgedrückte Duration gibt den Zeitraum an, nach dem sich
diese beiden Effekte aufwiegen.
Anhand dieser Kennzahl ist es Anlegern möglich, Anleihen mit unterschiedlichen Restlaufzeiten,
Zinscoupons sowie Tilgungsfrequenzen zu vergleichen. Das Konzept der Duration empfiehlt Anlegern,
die durchschnittliche Bindungsdauer einer Anleihe bzw. eines Anleihenportfolios nach dem
individuellen Anlagehorizont zu wählen.
Die Duration kann mit folgender Formel berechnet werden:
Legende
| D | : |
Duration (durchschnittliche Kapitalbindungsdauer) in Jahren
|
| Zt | : |
Zahlung zum Zeitpunkt t
|
| r | : |
Marktzinssatz
|
| t | : |
Zeit
|
 |  | |
Beispiel
|
| |
Kurs Anleihe
| 97.327 % | |
Laufzeit
| 3 Jahre
| |
Coupon
| 5 % | |
Marktzinssatz
| 6 % |
Berechnung der Duration:
Da sich zum Zeitpunkt der Duration die positiven wie negativen Effekte aus Zinsänderungen ausgleichen,
haben Zinsänderungen zu diesem Zeitpunkt keinen Einfluss auf den Wert der Anlage. Es ist zu beachten,
dass das Konzept auf der Annahme einer flachen Zinsstrukturkurve sowie einer Parallelverschiebung der
Kurve, also einer gleichmässigen Zinsänderung für alle Fälligkeiten, basiert.
Die Duration drückt die Zinssensitivität einer Anleihe als eine Kennzahl aus. Der relative
Risikogehalt einer Anleihe lässt sich an der Veränderung der Duration beziehungsweise dem Unterschied
der Duration verschiedener Anleihen erkennen.
Die Duration einer Anleihe hängt von deren wertbestimmenden Ausstattungsmerkmalen ab. Sie ist umso geringer
-
je kürzer die Restlaufzeit
-
je höher die Marktrendite
-
je höher der Coupon
Mit der Duration kann nun eine approximative Kursveränderung abgeleitet werden:
Berechnung der approximativen Kursveränderung bei einer Zinserhöhung um 0.01 %:
Die Duration oder die Sensitivität einer Anleihe kann mit dem
Anleihenrechner berechnet werden.
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