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Anleihen sind eine beliebte Finanzierungsquelle
für Unternehmen sowie für öffentlich-rechtliche Körperschaften (Bund, Kantone, Gemeinden).
Der Schuldner einer Anleihe wird auch Emittent
genannt. Anleihen sind für Anleger eine beliebte Vermögensanlage. Sie investieren in Anleihen mit dem Zweck,
das eingesetzte Kapital wiederzuerhalten und zusätzlich einen Zinsertrag zu erzielen. Abhängig von Kauf- und Verkaufkurs kann der Ertrag der Anlage noch erhöht oder gemindert werden.
Anleihen (auch Bonds, Renten, Schuldverschreibungen oder Obligationen genannt) sind
Forderungsrechte . Wer Anleihen kauft, besitzt keinen Anteil am
Eigenkapital (wie Aktien als
Beteiligungsgrechte), sondern er leiht dem Emittent
Fremdkapital für einen gewissen
Zeitraum. Anleihen verfügen über ein geringeres Risiko als Aktien, dies ist aber abhängig von der
Bonität des Schuldners. Jedoch ist die Rendite auch begrenzt.
Anleihen können mit einer festen oder variablen Verzinsung
(Coupon) ausgestattet sein und haben
eine vorgegebene Laufzeit und Form der
Tilgung (Zurückzahlung). Sonderformen von Anleihen
wie zum Beispiel Options- und/oder
Wandelanleihen sind Teil des
Produktuniversums, das an der SIX Swiss Exchange kotiert oder zum Handel zugelassen ist.
Der Vertrieb von Anleihen erfolgt grundsätzlich in Nominalwerten. Die Stückelung variiert
je nach Emittent und beträgt bei einer Emission in der Regel entweder CHF 1'000,
CHF 5'000, CHF 10'000 oder CHF 100'000
nominal. Anleihen können entweder privatplatziert oder an einer Börse kotiert (Primär- bzw. Sekundärkotierung)
bzw. zum Handel zugelassen werden. Bei einer Börsenkotierung ist der Emittent verpflichtet, ein
Emissionsprospekt zu erstellen. Der Emissionsprospekt ist die rechtliche Grundlage und enthält alle
wesentlichen Bedingungen, die mit dem Forderungsrecht verknüpft sind.
Bei einem öffentlichen Angebot (Emission) mit Börsenkotierung unterscheidet man zwei Phasen:
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Primärhandel
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Anleihen können per Emission gekauft und bis Verfall gehalten werden. Der Kauf aus Emission heisst in
der Fachsprache Primärhandel.
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Sekundärhandel
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Ebenso kann nach Emission gekauft und vor Verfall verkauft werden, was als Sekundärhandel
bezeichnet wird. Dies wird über die Börse abgewickelt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Kurswert
der Anleihe.
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Nebst dem Nominalwert ist der aktuelle Kurs ein wichtiger Bestandteil der Anleihe, für
welchen man die Anleihe an der Börse erwerben kann. Er wird in Prozenten
(z.B. 100.24%)
angegeben.
Die Anleihe als verzinsliches Wertpapier kennt zwei Hauptmerkmale: Zinszahlung
und Fremdkapitalbasis.
Zinszahlungen als Gegenleistung für die Überlassung des Kapitals
Für das zur Verfügung gestellte Geld wird der Investor mit einer jährlichen Zinszahlung
entschädigt. Bei Zerobonds (bei denen es keine
Zinszahlung gibt) erfolgt die Kompensation in der Regel über einen niedrigeren Ausgabekurs.
Die Höhe des Zinssatzes richtet sich nach der Laufzeit, den
Kapitalmarktverhältnissen zum Zeitpunkt der Ausgabe und nach Bonität der Gesellschaft. Mit
Bonität ist die Zahlungsfähigkeit des Emittenten
gemeint, die unterschiedlich gut sein kann. Der Zinssatz ist entweder für die ganze Laufzeit fest oder
wird auf den jeweiligen Zinstermin neu festgesetzt.
Der Nominalbetrag der Anleihe wird im Normalfall am Ende der Laufzeit vollständig vom Schuldner
an den Gläubiger zurückerstattet. Dabei wird auch von der Tilgung gesprochen. Wird
die Anleihe vor Ablauf der Laufzeit an der Börse weiterverkauft, erfolgt die Tilgung an denjenigen
Besitzer, der die Anleihe am Ende der Laufzeit hält. Wie der Kurs einer Anleihe berechnet wird, ist
unter Bewertung von Anleihen
beschrieben.
Anleihen verkörpern Fremdkapital
Anleihen sind Fremdkapital und nicht zur Verfügung gestelltes Eigenkapital wie beim Kauf
von Aktien. Der Unterschied äussert sich darin, dass:
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die Anleihe unabhängig vom Unternehmenserfolg verzinst wird,
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durch den Emittenten rückzahlbar ist, weil der überlassene Kapitalbetrag
einem Darlehen ähnelt,
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bei der Liquidation des Unternehmens Anleihenbesitzer ihr Geld als erste in der
Konkursmasse zurückfordern können und somit gegenüber den Aktionären im Vorteil sind.
Im Gegensatz zum Aktienbesitz, verliehen Anleihen dem Anleger keine Mitgliedschaftsrechte
(Teilnahme an der Generalversammlung, Stimm- und Wahlrecht).
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