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26.09.2017 Investoren

SARON® als zukünftige CHF-Alternative zum LIBOR

An einem Anlass von SIX Swiss Exchange wurde der internationale Reformprozess, die Ausgangslage der Schweiz und eine konkrete Lösung thematisiert.

Ende Juli 2017 kündigte die britische Finanzmarktaufsicht FCA an, dass sie ab Ende 2021 die Panel-Banken nicht mehr auffordern wird, ihre Sätze für den London Interbank Offered Rate (LIBOR) zu melden. Mit dieser Mitteilung unterstreicht der Regulator des weltweit wichtigen Zinssatzes das schwindende Vertrauen in den LIBOR und schlägt einen geordneten Übergang zu alternativen Referenzzinssätzen vor. Dadurch entsteht bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolgelösung eine neue Dringlichkeit.

International voranschreitender Reformprozess

In der Schweiz wurde bereits 2013 eine nationale Arbeitsgruppe zum Thema CHF-Referenzzinsätze gegründet. Ähnliche Arbeitsgruppen gibt es auch für weitere LIBOR-Währungen wie USD, GBP oder JPY. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, alternative Lösungen für bestehende Referenzsätze zu evaluieren. Die Arbeitsgruppe in der Schweiz hat bereits mögliche Ansätze und Benchmarks analysiert und bewertet. Die Erkenntnisse aus den letzten vier Jahren sowie einen Ausblick auf das weitere Vorgehen wurden am Freitag, 22. September 2017, den rund 250 Teilnehmern des Joint Events von SIX Swiss Exchange und der SFAA Swiss Bond Commission in Zürich präsentiert.

  • Als erstes orientierte Dewet Moser, stellvertretendes Direktoriumsmitglied der SNB und Initiant der nationalen Arbeitsgruppe, über den aktuellen Stand des international koordinierten Reformprozesses und die Bedeutung von Referenzzinssätzen aus Zentralbanksicht.
  • Im Anschluss erklärte Darrell Duffie, Professor für Finanzwissenschaften an der Stanford University und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Swiss Finance Institutes, weshalb eine Ablösung des LIBORs unumgänglich wird und welche Rolle die Schweiz dabei spielen könnte.
  • Martin Bardenhewer, Co-Vorsitzender der nationalen Arbeitsgruppe, erläuterte die Entwicklungen in der Arbeitsgruppe seit ihrer Gründung, welche Faktoren ausschlaggebend für die Fokussierung auf den SARON waren und welche Schritte nun in Angriff zu nehmen sind.

Alle Referate stehen als Webcast und die Präsentationen als PDF-Download zur Verfügung. Des Weiteren berichtete Radio SRF 1 in der Sendung «Echo der Zeit» über die Veranstaltung und interviewte die Referenten Iive vor Ort. Zum Beitrag



Im Anschluss an die Referate stellten sich Martin Bardenhewer, Dewet Moser und Darrell Duffie den Fragen des Publikums.

Überzeugende Argumente für den SARON

Der Swiss Average Rate Overnight, kurz SARON, ist ein Index der Schweizer Börse und wurde 2009 in Zusammenarbeit mit der SNB als alternativer Referenzzinssatz für den CHF-Markt lanciert. Er basiert auf tatsächlichen Markttransaktionen und Preisen im Schweizer Repo-Markt und somit auf besicherten Geldern. Das unbesicherte Pendant im Schweizer Geldmarkt ist das TOIS-Fixing. Wie der LIBOR wird das TOIS-Fixing aufgrund von Bankenmeldungen ermittelt. Dazu geben die Panel-Banken an, zu welchen Raten sie unbesichert Geld von anderen Instituten ausleihen können. Sowohl in der Schweiz als auch im Ausland sind unbesicherte Transaktionen seltener geworden. Dies macht die Ermittlung des LIBORs und des TOIS-Fixings im Vergleich zum transaktionsbasierten SARON nicht nachhaltig. Als erste Massnahme erfolgt deshalb im Schweizer Geldmarkt die Ablösung des TOIS-Fixings durch den SARON per Ende 2017.


Weshalb SARON eine echte Alternative für den CHF-LIBOR ist:
  • Der SARON Index[pdf] basiert auf tatsächlichen Markttransaktionen und Quotes, die auf der regulierten Handelsplattform SIX Repo während des Tages eingegeben wurden.
  • Die Berechnung vom SARON ist transparent und erfolgt gemäss Index-Reglement[pdf], das auf der Website von SIX Swiss Exchange zur Verfügung steht.
  • Die Indexdaten können über alle gängigen Datenvendoren oder direkt bei SIX Swiss Exchange bezogen werden. Tagesaktuelle Daten (wie Fixings) sind ab dem 1. Januar 2018 lizenzpflichtig. Zum selben Zeitpunkt werden die historischen Daten auf der Website von SIX Swiss Exchange kostenlos zugänglich sein.
  • Für alle Indizes von SIX Swiss Exchange werden die IOSCO Principles for Financial Benchmarks angewendet. Somit entspricht auch der SARON den internationalen Benchmark Standards.
  • Mit der Swiss Reference Rates Index-Kommission steht zudem ein beratendes Gremium bestehend aus Marktvertretern zur Seite.
  • Des Weiteren haben zwei grosse Clearinghäuser angekündigt, das Clearing von SARON Swaps anzubieten.

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